Eine Bezahlung nach Erfolg, wie sie (siehe krisometer-Meldung vom 20. April 2010) von Theaterfunktionären in Schleswig-Holstein vorgeschlagen wurde, gibt es, berichten die Lübecker Nachrichten, in der örtlichen freien Szene notgedrungen schon lange. "Wer mehr Zuschauer hat, bekommt mehr Geld aus dem Landestopf. Und der ist jetzt schon ziemlich klein": 36,7 Millionen Euro würden jährlich für die staatlichen Theater in Lübeck, Kiel und das Landestheater ausgegeben, für die acht freien Theater im Land insgesamt 210.000 Euro. Wobei das Lübecker Stadttheater nur 17,1 Prozent der Ausgaben selbst wieder einnimmt, ein freies Theater wie das Lübecker Combinale (jährlich 15.000 ZuschauerInnen) aber 78 Prozent. Auch eine Untersuchung des Fonds der Darstellenden Künste wird erwähnt, nach der die meisten in der freien Szene Beschäftigten unter fünf bis zehn Euro pro Stunde verdienen. Die Lage der Freien in Schleswig-Holstein scheint im bundesdeutschen Vergleich jedoch besonders prekär zu sein: "Das, was Schleswig-Holstein für seine freien Theater tut, ist katastrophal", erklärt Günter Jeschonnek, Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste.