Festival Theaterformen - Staatstheater Braunschweig

Hallo, Welt!

von Jan Fischer

Braunschweig, 5. Juli 2020. Mit brachialer Gewalt ballt sich ein Sturm zusammen, knallen Wellen gegeneinander, brechen, es knackt und rattert und rauscht und der Himmel wird immer dunkler: Eine Naturgewalt, gegen die sich ein Mensch nicht durchsetzen kann, sondern einfach nur zuschauen und machtlos das Beste hoffen. Voldemārs Johansons Arbeit "Thirst" kommt einem fast vor wie eine Allegorie auf dieses verflixte Jahr 2020. Dabei ist sie denkbar einfach: Auf eine Leinwand im großen Haus des Staatstheater Braunschweig wird ein Loop eines Sturmes mitten im Atlantik projiziert, dazu kommt sein wuchtiger Sound so laut aus Lautsprechern, dass es rumort im Bühnengebälk. Aber dennoch: Die Gewalt des Sturmes und der rauen See sind durchaus hypnotisch, es ist schwer, sich von dieser Installation loszureißen.