Einzelfälle oder Dammbruch?
18. Oktober 2023. Die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP) hat eine Kampagne gegen das Theater und Orchester Biel-Solothurn (TOBS) gestartet, wie der Bund berichtet.
Die SVP will die Subventionen für das Theater ersatzlos streichen, heißt es in dem Bericht des Autorenduos Martina Hunziker und Michael Feller. Mit Blick auf die angespannte Finanzlage der Kommune drucke die SVP die Botschaft "Alle müssen sparen, ausser die Kultur?" auf Flyer.
Gegenüber der Zeitung erklärt TOBS-Intendnant Dieter Kaegi: "Der Betrieb agiert seit 12 Jahren mit unveränderten Subventionen – trotz Inflation und Mehrkosten. 'Wir sind dauernd am Sparen, müssen die Teuerung, die steigenden Materialkosten und sämtliche Mehraufwände selbst ausgleichen.'" Die SVP operiere mit "manipulierten" Zahlen, was die Höhe der städtischen Zuwendungen anbelange.
Auch das Konzerthaus Mokka in Thun ist Ziel von Angriffen der SVP geworden. "Sind Biel und Thun zwei Einzelfälle oder der Dammbruch?", fragen Martina Hunziker und Michael Feller im Resümmee ihres Artikels. "Bis anhin ist die SVP trotz aller Sparbemühungen relativ zahm mit den Kulturinstitutionen umgegangen. Das hat zwei Gründe: Einerseits ist die Partei in vielen Städten eher schwach vertreten, während die Kulturlobby stark ist – auch bei den Bürgerlichen. Andererseits hat die hohe Kulturaffinität von Taktgeber Christoph Blocher und seiner Familie dazu beigetragen, dass die Kultur nicht ins Visier geriet – falls nicht gerade die SVP angegriffen wurde."
(derbund.ch / chr)
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